Die Lufft I-Box und ihre neuen Apps

Header OPUS Apps

Foto-Credit: © Warakorn – Fotolia.com

Die G. Lufft Mess- und Regeltechnik GmbH ist Hersteller von Präzisionssensoren. Die Messwerte dieser Sensoren sind im betrieblichen Kontext zunehmend vor dem Hintergrund einer Einbindung in Unternehmensprozesse zu bewerten. Die hohe Präzision benötigt also zusätzlich Verarbeitungsflexibilität. Deswegen wurde in den letzten Jahren begonnen, die Sensoren mit Standard-Schnittstellen, z.B. Ethernet, USB, RS-485 oder Bluetooth auszustatten. Die Anforderungen auf Protokollebene sind jedoch sehr vielfältig und hängen davon ab, wie die Daten weiterverarbeitet werden. Solche Anforderungen sind mit den Hardware-Anforderungen an die Sensoren wie Energieeffizienz, Flexibilität, Performance etc. kaum vereinbar. Eine Realisierung dieser Anforderungen in der Sensorelektronik ist praktisch nicht möglich.

Die Lösung kann muss also eine Ergänzung zur Sensorik sein, die auf einer anderen Hardware basiert. Ein intelligentes Sensorgateway war gefragt. Lufft und Ondics spezifizierten eine Lösung und Ondics setzte das Konzept schließlich um: Die Lufft I-BOX war geboren.

Ziel war die Einbindung der Lufft Sensoren in beliebige Unternehmensnetzwerke zur einfachen und zuverlässigen Weiterverarbeitung oder Messwertdarstellung  (z.B. beim OPUS20 Datenlogger). Die naheliegende Überlegung war, dieses mithilfe einer „Alleskönner“-Lösung anzugehen. Schnell war klar, dass die notwenige Flexibilität so nicht erreicht werden kann. Es musste ein neues Konzept dafür entwickelt werden, das perspektivisch vielseitig einsetzbare Szenarien ermöglicht. Wie solche Lösungen funktionieren können, zeigen die Big Player Apple, Google oder Lego. Mit etwas Gehirnschmalz und der Fortschreibung bekannter Konzepte wurde die hardwarebasierte Industry-App-Technology entwickelt.

Apps übernehmen dabei im Zusammenspiel die Aufgabe, Sensordaten in betriebliche Prozesse zu integrieren und in verwertbare Formate wie z.B. Excel, PDF, CSV, SQL, SNMP usw. umzuwandeln. Eine wesentliche Neuerung ist, dass dieses Gateway nicht mit einem PC oder Laptop realisiert werden muss, sondern im Schaltschrank und im Dauerbetrieb arbeiten kann.

Mit der Lufft I-Box liefert Lufft dafür seit 2014 eine kleine und leistungsfähige Hardware-Lösung mit vorinstallierten Standard-Apps. Zusätzlich wurde ein App-Store aufgebaut, aus dem verschiedene weitere Apps geladen werden können (http://lufft-i-box.com/app/store). Das App-Angebot ist vielfältig und wächst stetig. Neben kostenfreien sind auch kostenpflichtige Apps verfügbar. Es ist geplant, dass auch Anwender eigene Apps erstellen und diese im App-Store einstellen können. So können Anwender ihre Sensoren mit herstellereigenen Protokollen anbinden oder unternehmenseigene Messdatenprogramme versorgen. Die bei der Lufft I-BOX vorinstallierten Apps können die OPUS20-Daten einlesen, anzeigen, verarbeiten, Alarme schalten und die OPUS20 Sensoren im Netzwerk konfigurieren.

Schema I-Box CSV

Anwendungbeispiel 1: Drei OPUS20 geben über Lufft I-Box CSV-Dateien aus  Schema I-Box WIFI

Anwendungsbeispiel 2: OPUS20 alamiert Anwender über W-Lan- Verbindung per E-Mail

Im Juli ist nun eine wichtige und umfangreiche App hinzugekommen: die Datenlogger-App. Sie ist für 299 Euro im App Store zu haben und kann bis zu eine Millionen Messwerte pro Logger-Einheit speichern. Bei einem 10-minütigem Messintervall und drei abgefragten Kanälen reicht der Speicher für rund sechs Jahre. Zusätzlich wird eine kostenfreie Datenlogger-Demo-App angeboten, die auf 100 Werte limitiert ist und zum Ausprobieren der Datenlogger-App fungiert. Zum Zugriff auf die Loggerdaten kann die kostenlose Log-JSON-App benutzt werden. Diese App liefert die Daten im JSON-Format aus, das in allen modernen Programmiersprachen sehr einfach eingelesen werden kann.

Ein großer nächster Schritt ist bereits in Planung. Mit der Lufft I-BOX sollen stationäre Straßensensoren aufgenommen und eine Alarmierung auf Smartphones ermöglicht werden. Die Lufft I-BOX nutzt hierzu eine zur Lufft I-BOX passende Messdaten-Cloud-Lösung, an die die Daten per Mobilfunk übertragen werden.

Die App-Technologie in der Lufft I-BOX hat für Anwender zahlreiche Vorteile. Einerseits wird die Installation durch die Lufft I-Box sehr vereinfacht und erfordert keine Programmierkenntnisse mehr. Die Bedienung per Web-Oberfläche wird intuitiv und ist ohne Handbuch möglich. Die App-Technologie erleichtert die Konfiguration von Messdatenlösungen und kann mit Apps sukzessive erweitert werden. Damit ist eine Investitionssicherheit in sich ändernden Umgebungen – speziell auf dem Weg zu Industrie 4.0-Anwendungen – gesichert. Andererseits verlängert Lufft das eigene Produktportfolio in das Lösungsgeschäft hinein. Die Lösungen (Sensor, Datenlogger, Gateway, Smartphone-Alarmierung) kommen nun aus einer Hand und bei Fragen und im Supportfall hat der Kunden genau einen Ansprechpartner aus dem Hause Lufft, an den er sich wenden kann.

clauss-grau Informationen zum Autor:
Mein Name ist Wolfgang Clauss. Ich bin Geschäftsführer der Ondics GmbH. Wir unterstützen Kunden beim bestmöglichen Einsatz von Web- und App-Technologien. Es macht mir Spass, innovative Konzepte zu entwickeln und mit Kunden in neue Bereiche vorzustoßen – von der Idee bis zum wirtschaftlichen Erfolg.
Werden Sie Gastautor bei Lufft Anfrage stellen ›

Mehr zum Thema: