VBA at the A8 highway between Karlsruhe and Munich, DE

Wie setzt sich ein Straßenwetter-Informationssystem (SWIS) zusammen?

Es gibt zwei Arten von RWIS: Glättemeldeanlagen (GMA) und Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA).

Glättemeldeanlagen

Glättemeldeanlagen dienen hauptsächlich dem Winterdienst und liefern Informationen über Windstärken, Windrichtungen, Niederschläge, Luftdruck, Temperaturen und relative Feuchte. Hierfür setzen etwa 70 % unserer Kunden den Lufft WS600 All-in-One Wettersensor ein, der all die erwähnten Parameter auf einmal abdeckt.

Zusätzlich ist ein Straßenwettersensor angebunden, der die Bedingungen auf der Straßenoberfläche beobachtet. Es gibt in die Oberfläche eingebettete und non-invasive, spektroskopische Sensorik. Beispiel für eingebettete Straßenwettersensoren sind der aktive ARS31Pro und der passive IRS31Pro von Lufft. Der ARS31Pro ist mit einem Peltier-Element ausgestattet und misst Gemisch-unabhängig Gefriertemperaturen und Oberflächentemperatur mithilfe aktiver Erwärmung und Kühlung. Der passive IRS31Pro ermittelt Fahrbahnoberflächentemperatur, Wasserfilmhöhe bis 4 mm, Gefriertemperatur für verschiedene Taumittel (NaCl, MgCl, CaCl), Fahrbahnzustände (trocken/feucht/nass/Eis bzw. Schnee, feucht mit Salz, nass mit Salz), Reibung (Grip) & Eisprozent. Optional lassen sich 2 zusätzliche Tiefentemperaturen, z.B. in 5 und 30 cm Tiefe anbinden.

Beide Sensoren sind mit einem zweiteiligen Gehäuse ausgestattet, sodass sich eine Wartung sehr einfach gestaltet. In Deutschland wird die Kombination von ARS31, der Straßenwettersensor zur genauen, gemischunabhängigen Messung von Gefriertemperatur, und IRS31Pro für Flughäfen, da hier andere Taumittel als auf der Straße wie z.B. Ameisensäure im Einsatz sind, und Autobahnen empfohlen.

Beispiele für berührungslose Fahrbahnsensoren sind der NIRS31 und der StaRWIS. Sie geben die gleichen Parameter aus wie die eingebauten Sensoren, basieren aber auf einem opto-elektronischen Messprinzip.

Der NIRS31 bzw. der StaRWIS bieten sich besonders für Messpunkte an, an denen eine Öffnung der Straße mit großem Aufwand verbunden wäre oder die Tiefe der Oberfläche limitiert ist, wie z.B. auf Brücken.

Übertragen werden die Daten mithilfe von Standard-Transfereinheiten per TLS (Transport Layer Security), GPRS und Ethernet. Der Lufft Industrie-Computer LCOM mit USB, GPRS-Modem (RS232), Partyline-Modem (RS232) oder UMB-Bus (RS485)-Schnittstelle ermöglicht verschiedene Übertragungsarten per TLS, NTCIP, TLS over IP mit GPRS (Asfinag), DGT, XML (Asfinag) oder Synop und ist somit ein sehr flexibles Modul.

In Deutschland müssen GMA-Übertragungseinheiten TLS, GPRS und Ethernet-Übertragungseinheiten vorweisen ebenso wie ein sogenanntes EAK (Eingabe Ausgabe Konzentrator) Tool für die TLS.

Zur Sicherstellung der Messgenauigkeit vor dem Winter empfehle ich, die Stationen vor Wintereinbruch zu kalibrieren und ggf. zu justieren. Dies kann auf Wunsch direkt vor Ort von einem Lufft Service-Mitarbeiter durchgeführt werden.

Verkehrsbeeinflussungsanlagen

Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA) setzen sich anders zusammen als GMAs, da diese mehr auf die Ermittlung von Niederschlägen spezialisiert sind. Hierfür kommen meist der WS600, der neue WS100 Radar-Niederschlagssensor sowie spektroskopische Oberflächen-Sensoren (NIRS31 oder StaRWIS), die eine ausgezeichnete Messung von Wasserfilmhöhen vorweisen, infrage. Natürlich funktioniert dies auch mit den bereits erwähnten, in die Straße eingelassenen Fahrbahnsensoren IRS31Pro, da die Radar-Messung der Wasserfilmhöhe bei diesen ebenfalls sehr gut funktioniert. Hier haben Kunden die Qual der Wahl. Häufig sind auch Sichtweitensensoren, wie der VS20k bzw. VS2k, Teil einer VBA, die z.B. durch Nebel eingeschränkte Sicht erkennen.

Die opto-elektronischen, berührungslosen Sensoren sind meist auf Schilderbrücken angebracht.

Die Daten-Übertragung findet auf dieselbe Weise wie bei GMAs statt.

Mithilfe der All-in-One Sensoren lassen sich Wechselverkehrszeichen steuern, die dann bspw. bei Aquaplaning-Gefahr aufgrund hoher Wasserfilme oder bei schlechter Sicht das Tempolimit reduzieren.

Zur Sicherstellung der Messgenauigkeit empfiehlt sich für VBAs eine jährliche Überprüfung.

Video:

IRS31Pro- & ARS31Pro-Installation

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Informationen zum Autor

Manuel Kreissig

Mein Name ist Manuel Kreissig und ich bin staatlich geprüfter Elektrotechniker und seit 1999 bei Lufft. Hier bin ich für die technische Hotline sowie Schulungen verantwortlich. Als direkter Draht zum Hersteller stehe ich täglich in engem Kontakt mit Endanwendern und gewinne somit wertvolle Markteinblicke aus erster Hand.

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